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Die Grenze

Die Usselner Gemarkung gehört mit 2.218 Hektar Fläche zu den größten in Waldeck. Der beschwerliche Grenzverlauf ist über 35 Kilometer lang. Besonders die steilen An- bzw. Abstiege an Lüer, Seere, Krutenberg, Hopperkopf und auch am Ziegenhals lassen die Wanderer kräftig schwitzen. Nur ein geringer Teil der Grenze verläuft entlang von Wegen oder Pfaden.  Mancher der über 100 Grenzsteine ist von Büschen eingewachsen oder an fast unzugänglicher Stelle platziert.

Beim jährlich stattfindenden Schnadezug wird jeweils ein Teilstück des Grenzverlaufs abgegangen. Erst nach sechs Jahren ist die Runde komplett. Die Marschrichtung verlief in den ersten 30 Jahren im Uhrzeigersinn aber entgegen der Nummerierung der Steine. Seit dem Schnadezug 1998 hält man sich an die durch die Grenzsteine vorgegebene Richtung. Wer die gesamte Runde einmal vollendet hat, der hat auch alle Usselner Landschaften durchwandert.

Beginnend an der Düdinghäuser Straße verläuft der Weg abwärts bis hinein ins Neerdartal, nicht weit vom Gasthof Ohlenbeck. Hier erreicht der Grenzverlauf die mit 510 Metern über NN tiefste Stelle der Usselner Gemarkung. Aufwärts geht es über Rennefeld und Stöckenberg zum Osterkopf mit seinen einmaligen Hochheideflächen. Im Schutze einiger Kiefern findet man hier auch den Gedenkstein der Schützengesellschaft zum 100-jährigen Jubiläum 1977.

Weiter verläuft die Grenze durch den Hochwald nahe dem 726 Meter hohen Gipfel der Seere und fällt dann in steiler Linie durch dichten Fichtenwald und offene Buchenbestände hinab ins Diemeltal. Die Diemel wird etwa auf halber Strecke zwischen Usseln und Hemmighausen überschritten, und sogleich geht die Strecke wieder steil bergan zum Hermannsberg, wo der Sage nach schon die alten Germanen den Göttern huldigten.

Durch offenes Gelände und Weideland geht der Weg weiter. Die Kreisstraße wird kurz vor Rattlar überquert  und anschließend das Lüer erklommen. Sehr steil geht es nun durch Fichtenwald hinab ins Aartal und anschließend wieder hinauf zum Iberg, dann über den Ziegenhals in Richtung Willingen. Kurz vor den ersten Häusern Willingens dreht der Schnadeweg wieder nach Süden ab. In der Nähe des Strycker Bahnhofs wird die Bundesstraße gekreuzt. Nun folgt der Grenzverlauf  hangseitig dem Itterbach mitten durch den Ortsteil Stryck.

Vorbei an der Mühlenkopfschanze geht es hinauf zum Waschkump, wo in früheren Zeiten die Schafe vor der Schur gewaschen wurden. Nach weiterem Anstieg erreicht man die höchsten Lagen des Sauerlandes. Rechts der Grenze liegt das romantische Paradies, ein ursprüngliches, feuchtes Hochtal mit mächtigen Fichten und urwüchsigen Ulmen und Birken. “Am Streit”, auf 783 Metern Höhe, wird die Grenze zu Hildfeld berührt und unterhalb des Clemensberges das Naturschutzgebiet Neuer Hagen (Große Heide) passiert. Anschließend verläuft ein alter Grenzweg weiter bis auf den Gipfel des Hopperkopfes. Mit 831 Metern ist der höchste Punkt der abwechslungsreichen Usselner Landschaft erreicht. Hier trifft die Usselner Grenze auf die der Nachbarorte Grönebach und Küstelberg auf westfälischer Seite - zwei Gedenksteine erinnern daran.

Der Abstieg ist schwierig, die Landschaft wild und urwaldartig. Es geht über Stock und Stein, über Wurzeln und durch Dickicht, durch sumpfiges Gelände zum Krutenberg und der Grenze zu Titmaringhausen. Entlang der “Schönen Aussicht” windet sich die Grenze über das Knoll hinauf zum Kahlen-Pön. Über das Gipfelplateau des 774 Meter hohen Usselner Hausberges geht es erneut an Hochheideflächen  vorbei und dann auf langsam abfallendem Gelände durch Fichtenschonungen und Buchenhochwald zurück zur Düdinghäuser Straße. Hier schließt sich der Kreis einer einmaligen Grenzwanderung.


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